Vernässung des Waldes am Atzenberg in Wangen im Allgäu

9.9.2022 Wangen im Allgäu. Im Forst am Atzenberg arbeitet der Bagger – Waldumbau dient dem Klima und dem Naturschutz

Wer dieser Tage durch den Wald am Atzenberg spaziert oder radelt, sieht etwa 200 Meter nach dem Weiher bei der Grillhütte einen Bagger bei der Arbeit.

Dort wo früher Fichten standen, wird jetzt die Wiedervernässung des Moores fortgesetzt, die vor vier Jahren auf der nordöstlichen Seite des Wegs begonnen wurde.

Für einen gemütlichen Spaziergang empfiehlt sich der Weg ins moorige Gelände definitiv nicht. Der feuchte, schwere Boden macht das Gehen nicht ganz einfach. Schaut man zurück ins Mittelalter, gab es auf dieser Fläche einen Weiher, noch 1968 stand auf der Fläche kein Baum. Der Fichtenbestand wurde kurze Zeit später als Ausgleich für das damals entstehende Gewerbegebiet Atzenberg angelegt, auf dessen Fläche Wald gestanden war.

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Damit dies überhaupt möglich war, mussten Entwässerungsgräben angelegt werden. Inzwischen hatten Sturm und Borkenkäfer die Fichten so weit gelichtet, dass es sich lohnte, dort jetzt eine im Sinne des Klimaschutzes und des Naturschutzes wertvolle Fläche zu planen und die restlichen Fichten wegzunehmen.

Mit der Vernässung leistet die Stadt Wangen einen Beitrag zum Klimaschutz. Denn Moore speichern, wie bereits früher bei ähnlicher Gelegenheit gesagt wurde, sieben Mal mehr CO2 als Wald.

Auf der gut Fußballfeld großen Fläche werden derzeit mehrere Tümpel angelegt. Der Bagger verschließt dafür die bisherigen Entwässerungsgräben. Diese waren vor rund 50 Jahren gezogen worden, um den Baumbestand zu ermöglichen. Der auf dem Gelände fließende Bach, ein Zufluss des Schwarzenbachs, wird angestaut damit sich der Wasserspiegel auf der Fläche erhöht. Dazu werden vor Ort gefällte Fichtenstämme als Staustufen ins Bachbett eingebaut, sowie der Abfluss aus dem Gelände höhergelegt.

Zweck dieser Maßnahmen ist, dass der Bach das Areal vernässt und die Tümpel füllt, wie Korbinian Feierle, der seit Januar als Nachfolger von Paul Müller den Wangener Stadtwald betreut, erklärt.

Am Rand des Gebiets wird nach und nach ein Erlen-Eschenwald entstehen. Teilweise sind solche Baumarten bereits gepflanzt. Weitere Bäume werden folgen, wenn die Erdarbeiten abgeschlossen sind. Dabei wird ein lockerer Wald angestrebt, so dass viel Licht einfallen kann, wie Feierle erläutert. Zum Waldrand hin soll langfristig ein natürlicher Waldsaum entstehen.
In dem Gelände sollen sich später viele Amphibien wohl fühlen. Deshalb wird bei der Anlage der kleinen Teiche eine schräge Rampe angelegt, damit der Weg in den Tümpel und aus dem Wasser für Frösche und andere Arten problemlos zu meistern sein wird.
Der Umbau im Wald dauert voraussichtlich bis Mitte Oktober.