OB Michael Lang grüßt in Wangen zum neuen Jahr 2021

3.1.2021 Wangen im Allgäu. Zum Jahresbeginn veröffentlicht die Stadt Wangen im Allgäu das Grußwort von Oberbürgermeister Michael Lang. Er berichtete unter anderem von einem neuen Hoch bei den Geburten und Eheschließungen.

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

so ruhig wie dieses Mal haben wir den Übergang in ein neues Jahr alle noch nicht erlebt. Ich hoffe, dass Sie dennoch gut angekommen sind im neuen Jahr 2021!

Als Ersatz für den gemeinsamen Start ins neue Jahr auf dem Marktplatz haben wir einen Film auf www.wangen.de gestellt. Bitte unbedingt ansehen! Der Neujahrsempfang mag ausgefallen sein – die Neujahrstasse 2021 gibt es trotzdem ab 11. Januar im Gästeamt.

Bei den Dreharbeiten für den Neujahrsfilm ist es allen Beteiligten aufgefallen: Das Jahr 2020 war von Corona abgesehen ein Jahr mit ganz vielen Veränderungen.

Große Millionenbeträge investieren wir in die Bildung und Betreuung unserer Kinder. So ist jetzt die Generalsanierung des Rupert-Neß-Gymnasiums abgeschlossen. Über 22 Millionen Euro wurden hier in rund zehn Jahren investiert. Aktuell liegt der Schwerpunkt der Sanierungen auf der Johann-Andreas-Rauch-Realschule. Mit einem Anbau wurde sie um zehn Klassenzimmer erweitert. So können wir auch leichter Klassen aus dem Bestandsgebäude auslagern, wenn dort als nächstes die Sanierung beginnt.

Im Frühjahr soll die Turnhalle im Ebnet nach der Erneuerung der Umkleide- und Sanitärräume wieder nutzbar sein.

Mit dem Neubau des Kindergartens St. Raphael in Primisweiler und der Sanierung des Kindergartens Haid wurden wichtige Projekte für die Kinderbetreuung abgeschlossen. Der Neubau des katholischen Kindergartens St. Antonius läuft mit 70-prozentiger kommunaler Beteiligung.

Die Sanierung des Kindergartens Leupolz ist fällig, in Neuravensburg braucht es Platz für eine zusätzliche Krippengruppe, auch in Deuchelried gibt es baulichen Anpassungsbedarf. Der städtische Kindergarten im Ebnet soll in den Auwiesenweg verlagert werden. Die Planung für den Neubau ist weit vorangeschritten. Und damit ist es nicht getan! Denn im Jahr 2020 wurden durch unser Standesamt 281 Geburten registriert. Dazu gab es 203 standesamtliche Trauungen. Lange wurden nicht mehr so viele Kinder geboren und nur in wenigen Jahren gab es mehr Hochzeiten!

Es gibt noch viel zu tun auch an den Sportstätten für den Schul – und Vereinsbetrieb. Deshalb freuen wir uns sehr, dass der Landkreis eine eigene Kreissporthalle in Wangen bauen will. Noch vor der Landesgartenschau 2024 soll die neue Halle am alten Standort fertig sein. Die Arbeiten rund um den Festplatz sollen im Sommer starten. Auch das Gelände rund um die Argeninsel wird im Zuge der Vorbereitungen für die Landesgartenschau neu angelegt. Gerne möchte ich bei Bürgerspaziergängen wieder den Fortgang der Planungen und Arbeiten erläutern.

Die Neugestaltung der ERBA und die Entwicklung im Auwiesenweg geht jetzt sichtbar voran. Mit dem früheren Pförtnerhaus gewinnen wir eine neue, robuste Veranstaltungshalle. Für den bereits angesprochenen Film zu Neujahr wurde dort erstmals ein kleines Konzert aufgezeichnet. Der Innenausbau im Gebäude läuft. Viele weitere Baustellen zum Beispiel an den Arbeiterhäusern (Wohnen +) schreiten gut voran.

Nach und nach kommt wieder Leben in das Gebiet. In die „Neue Spinnerei“ werden 2021 erste Bewohner und Unternehmen (insgesamt 5.000 qm Gewerbeflächen) einziehen. Auf dem gesamten ERBA-Auwiesen-Areal entsteht ein neuer Stadtteil, den wir bei der Landesgartenschau 2024 zeigen wollen! Hunderte Arbeitsplätze werden auf dem Gelände möglich durch die geplante Ansiedlung von verschiedenen Firmen. Zwei davon sind in der E-Mobilität und der medizinischen Forschung zu Hause. Wie früher wollen wir in dem Gebiet Arbeiten, Leben und Wohnen zusammenbringen. So entstehen auf beiden Seiten des Kanals Wohnungen – 300 insgesamt.

Gebaut wird 2021 übrigens nicht nur im Süden der Stadt, sondern auch auf dem gerade erschlossenen Gelände zwischen Haid und Wittwais. Die Grundstücke sind vergeben. 180 Wohneinheiten und Eigenheime werden dort entstehen.

Durch unsere Stadtwerke werden wir in der ERBA und dem Auwiesengelände ein innovatives Energiekonzept mit Nutzung der Wärme aus dem Abwassernetz umsetzen. Im vergangenen Jahr wurden rund 280 Meter Nahwärmeleitungen verlegt, womit das Wärmenetz auf rund 5,7 Kilometer Länge wuchs. 33 Kunden wurden mit rund 5500 Megawattstunden beliefert, die zu über 98 Prozent aus erneuerbaren Energien (Biomasse) stammte.

Auch das Rathaus und das Mesnerhaus werden inzwischen über das Nahwärmenetz versorgt. Unsere vier Wasserkraftanlagen entlang der Oberen Argen erzeugen jährlich bis zu 4,6 Millionen Kilowattstunden Strom. Dies entspricht rund 70 Prozent des Verbrauchs aller kommunalen Stromabnahmestellen (inklusive Freibad und Straßenbeleuchtung usw.).

Auch in anderen Infrastrukturthemen sind wir weitergekommen. Wir freuen uns sehr über die neue Fußgängerbrücke bei Bad Briel und darüber, dass die neuen Kreisverkehre im Bereich der Isnyer Straße/B 32 und bei der Bahnbrücke Lindauer Straße funktionieren.

Die Bahn hat ihr Großprojekt der Elektrifizierung zwischen Lindau und München erfolgreich abgeschlossen. Die Infrastruktur rund um den Bahnhof wurde mit städtischen Mitteln kräftig ausgebaut. Wir Wangener werden den echten Nutzen am Jahresende 2021 haben, wenn dann die neuen Nahverkehrszüge eingesetzt werden.

Immer noch wichtiger wird mit dem Ausbau des Zugverkehrs aber auch die B 32 – Bahnunterführung. Daher werden wir weiter intensiv an dieser Großmaßnahme dranbleiben. Die Baustelle soll unmittelbar nach Beendigung der Landesgartenschau 2024 eingerichtet werden.

Sehr dankbar bin ich für die allgemein gut funktionierende Grundversorgung für die Bevölkerung in der Stadt und in allen Ortschaften – auch und gerade in Zeiten der Pandemie. So haben wir inzwischen wieder in allen Dörfernzumindest kleinere Handelsflächen. In Niederwangen können sich die Menschen an einem neuen Automaten am Dorfplatz regionale Produkte kaufen. In Karsee führt die Familie Schmid den Dorfladen weiter.

Die Folgen von Corona wirken sich leider auf die Finanzen der Stadt aus. Aber wir bleiben an allen Themen in der Stadt und allen Ortschaften dran. So gehen auch die Planungen zum Bau des Feuerwehrhauses Karsee/Leupolz gut voran. Sehen muss man auch: Die heutigen Investitionen – gerade auch im Gebiet ERBA-Auwiesen – lassen positive Folgen für die Finanzkraft der Stadt durch Einnahmen aus Grundsteuer, Einkommensteuer und Gewerbesteuer erwarten.

Doch das Virus wird unser Leben leider noch eine Weile beeinflussen. Denken wir also in diesen Tagen an alle diejenigen, die von Corona betroffen sind. Bei 563 Menschen wurde bei uns das Virus festgestellt. Im November und Dezember waren es zusammen 365! Derzeit kommen wöchentlich zwischen 30 – 50 neue Fälle dazu. Häufig erfolgen Ansteckungen innerhalb der Familie, im Bereich der Altenpflege, in Gemeinschaftsunterkünften, im Beruf (Krankenhäuser, Baustellen) und bei Freizeitaktivitäten. Am stärksten betroffen sind die Altersklassen der jungen (bis 30 Jahre) und der 50 – 60- jährigen Erwachsenen.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben viele mit voller Wuchtgetroffen. Die Gastronomie musste bereits im November schließen, Mitte des Monats Dezember folgten viele Geschäfte und Einrichtungen. An den Schulen und Kindergärten begannen die Ferien früher als geplant. Im Bereich von Veranstaltungen, Kultur und Musik ist fast das ganze Jahr über nichts gelaufen. Mit gravierenden Folgen für viele Selbständige.

In zwei Wochen finden im Landkreis Ravensburg erste Impfungen in der Oberschwabenhalle statt. Ich hoffe, dass bald allen Bürgerinnen und Bürgern der Zugang möglich wird. Vielleicht gibt es dann in der zweiten Jahreshälfte echte Entspannung in der Infektionslage! Dann werden die großen globalen Themen des Klimaschutzes und des weltweiten Umgangs mit Menschen auf der Flucht wieder mehr in den Fokus rücken.

In dieser Zeit gibt es so viele, die sich selbstlos für die Allgemeinheit und für Betroffene engagieren – im Beruf an den verschiedensten Stellen und Orten oder im Ehrenamt. Ihnen allen gilt mein ganz großer Dank!

Es tut mir leid, dass wir uns an diesen Tagen um den Jahreswechsel – nicht in der Kernstadt sehen und auch nicht in den Ortschaften Deuchelried, Karsee, Leupolz, Niederwangen, Neuravensburg und Schomburg. Deshalb wünsche ich Ihnen auf diesem Wege viel Glück im neuen Jahr! Bitte bleiben Sie gesund und Ihrer Stadt weiter positiv verbunden. Danke für Ihre Unterstützung im Jahre 2020! Alles Gute für 2021!

Herzlichst !

Ihr Michael Lang

Oberbürgermeister“

OB Michael Lang grüßt zum neuen Jahr 2021 (Quelle: Stadt Wangen Pressestelle)
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