Die dreisten Maschen der Telefonbetrüger

2.2.2021 Kempten/Oberallgäu. Erneut gelang es Betrügern, einen Mann mit falschen Gewinnversprechen um sein Geld zu bringen. Aber auch eine falsche Bankmitarbeiterin brachte eine Frau um eine dreistellige Summe.

Getarnt als falsche Polizeibeamte, Bankmitarbeiter, Computerspezialisten oder Glücksfeen, eines haben sie alle gemeinsam: Sie rufen unaufgefordert an.

Im Gespräch erzählen sie zum Beispiel etwas von Einbrüchen, Kontoumstellungen, gehackten Zugangsdaten oder versprechen den großen Gewinn. Und noch eine Gemeinsamkeit haben alle: Sie wollen nur an die Ersparnisse des Angerufenen.

Aktuell wurde ein 47-jähriger Mann fast zwei Wochen hingehalten, um seinen angeblich knapp sechsstelligen Gewinn zu erhalten. Für Gebühren und sonstige Abwicklungskosten ließen sich die Betrüger immer Neues einfallen, bis letztlich eine niedrige fünfstellige Summe an die Betrüger gezahlt war.

Dabei klingen die Ausreden der Betrüger glaubhaft und sie gehen rhetorisch geschickt vor. Ist man einmal in deren Fängen, so fällt es oftmals schwer, den Betrug sofort zu durchschauen.

Eine andere Masche verfolgten Betrüger, die sich bei einer 52-jährigen Frau meldeten. Sie sollte „zur Sicherung“ ihres Bankkontos eine TAN-Nummer per Telefon übermitteln, nachdem sich der Anrufer zuvor als Mitarbeiter ihrer Bank gemeldet hatte. Nach der Übermittlung hatte der Betrüger Zugriff auf ihr Konto. So verlor die Frau knapp 500 Euro.

Auch im Jahr 2021 wird das Phänomen der „Callcenterbetrüge“ die Polizei weiter beschäftigen. Die Vorgehensweisen ändern sich, werden angepasst und verfeinert – machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht alle Maschen kennen können.

Lasst Euren gesunden Menschenverstand walten, wenn es darum geht, dass jemand an Euer Geld möchte. Und wenn Ihr eine Vorgehensweise bislang noch nicht kanntet, so redet darüber, ob in der Pause beim Arbeiten, am Gartenzaun oder beim Einkaufen. So schützt Ihr nicht nur Euch, sondern auch Andere.

(PI Kempten)

Symbolfoto (© Bayerische Polizei)
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