Alle Grund- und Mittelschulen im Unterallgäu sollen bestehen bleiben

30.1.2014 Landkreis Unterallgäu. Trotz sinkender Schülerzahlen sollen laut Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß alle Grund- und Mittelschulen im Landkreis Unterallgäu bestehen bleiben.

Dazu wolle man jahrgangskombinierte Klassen bilden und in den Schulverbünden eng zusammenarbeiten. Über dieses Thema informierte Fuß in der jüngsten Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses des Unterallgäuer Kreistags. Außerdem sprach die Leiterin der staatlichen Schulämter im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen über neue Angebote, Schwerpunkte und Struktur der Grund- und Mittelschulen.

Obwohl es wieder mehr Schulanfänger gibt, gehen die Schülerzahlen demnach auch im Unterallgäu insgesamt zurück. Die kleinsten Grundschulen im Landkreis befinden sich Fuß zufolge in Kammlach, Kettershausen und Wolfertschwenden. Die Schulen seien im Vergleich mit Schulen in anderen Landkreisen zwar noch gut aufgestellt, man wolle die drei Standorte jedoch genau im Auge behalten und überlegen, wie man diese mit jahrgangsübergreifenden Klassen dauerhaft sichern kann.

Auch alle Mittelschulen sollen erhalten bleiben. In Ettringen, Kirchheim und Markt Rettenbach gebe es derzeit aber Klassen mit nur 14 beziehungsweise 16 Schülern, so Fuß. In Markt Rettenbach sei die sechste Klasse in diesem Schuljahr gar nicht zustande gekommen. Die Schulverbünde an sich seien jedoch stabil. So komme es darauf an, „dass sich die Standorte innerhalb eines Verbunds gut miteinander abstimmen und Synergieeffekte nutzen“ – sprich, dass größere Standorte kleinere stützen.

Darüber hinaus gab Fuß den Ausschussmitgliedern einen Überblick über neue Angebote an den Schulen. Durch das Bildungsfinanzierungsgesetz habe der Schulamtsbezirk zusätzliche Lehrerstunden erhalten, erläuterte die Schulamtsdirektorin. Im Zuge dessen habe man die Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen intensiviert. Diese soll Kindern den Übergang an die Schule erleichtern. Außerdem seien durch die hinzugekommenen  Stunden zusätzliche Vorkurse zur sprachlichen Förderung für Kinder auch ohne Migrationshintergrund geschaffen worden.

Für Schüler ohne oder mit sehr geringen deutschen Sprachkenntnissen wurden laut Fuß sogenannte jahrgangsübergreifende Übergangsklassen neu eingerichtet. An zwei weiteren Standorten entstanden Vorbereitungsklassen für den Erwerb des Mittleren Schulabschlusses. Außerdem soll für das nächste Schuljahr wieder der Versuch unternommen werden, eine Praxisklasse zur Förderung von Schülern mit Lern- und Leistungsrückständen auch im Osten des Landkreises zu eröffnen.

Neuerungen gibt es auch im Beratungsangebot, wie die Referentin informierte. Im Bereich Unterallgäu-Memmingen gebe es nun zwei Datenschutzbeauftragte. Außerdem werde am Staatlichen Schulamt in Mindelheim eine überörtliche Beratungsstelle geschaffen. Diese sei für den Bereich Grund-, Mittel- und Förderschulen zuständig, neutral und vernetzt.

Ein Schwerpunkt der fachlichen Arbeit an den Schulen ist die Inklusion. „In unterschiedlichen Formen werden im Landkreis Unterallgäu insgesamt 189 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Grundschulen und Mittelschulen beschult“, so Fuß.

 

Grund- und Mittelschulen –  Zahlen und Fakten

  • Schulen: Im Unterallgäu gibt es 29 Grund- und 13 Mittelschulen.
  • Schüler: Im Schuljahr 2013/2014 hatten diese 7536 (2012/2013: 7715) Schüler.
  • Klassenstärke: Von den insgesamt 453 Klassen bestehen die meisten aus 21 bis 25 Schülern.

 

Weitere Themen in Kürze

 

Schulen werden für 58 Millionen Euro saniert: Für die Generalsanierung weiterführender und beruflicher Unterallgäuer Schulen sind in den kommenden Jahren Baukosten in Höhe von insgesamt rund 58 Millionen Euro vorgesehen. Für den Landkreis fällt hierfür voraussichtlich ein Anteil in Höhe von 26,78 Millionen Euro an. Darüber informierte Kreiskämmerer Gunther Füßle, als er die Haushaltsansätze in den Bereichen Schulen, Kultur und Sport vorstellte. In diesem Jahr sind im Verwaltungshaushalt für die Bereiche Schulen, Kultur und Sport neben Kosten für die Schulsanierungen zum Beispiel auch Personalkosten für die kommunalen weiterführenden Schulen sowie Gastschulbeiträge in Höhe von insgesamt rund 22,9 Millionen Euro eingeplant.

Saniert werden die Schulzentren in Ottobeuren und Babenhausen, das Gymnasium in Türkheim sowie die Außenstelle der Mindelheimer Berufsschule in Memmingen. Die Sanierung der Mindelheimer Berufsschule selbst ist bereits abgeschlossen. Schulzentrum und Schülerheim in Bad Wörishofen sollen ab diesem Jahr saniert werden. Die Ausschussmitglieder sprachen sich einstimmig für die Haushaltsansätze aus und empfahlen dem Kreistag, diese anzunehmen wie von der Verwaltung vorgeschlagen.

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