1.1.2021 – Demonstration in Innsbruck

2.1.2021 Innsbruck/Tirol. Am 01.01.2021, gegen 14:00 Uhr, fanden sich rund 800 Coronamaßnahmenkritiker in Innsbruck, Maria Theresien Straße, ein und begannen einen von ihnen genannten „Coronaspaziergang“.

Im weiteren Verlauf wurden Sprechparolen skandiert und Transparente gegen die aktuellen Maßnahmen der Regierung hochgehalten. Es handelte sich somit um eine nicht angemeldete Versammlung im Sinne des Versammlungsgesetzes.

Eine ursprünglich für den Nachmittag des 101.2021 angemeldete Versammlung gegen die geltenden Anticoronamaßnahmen wurde am Vorabend vom Veranstalter zurückgezogen.

Zeitgleich wurden am Nachmittag des 1.1. von Vertretern der linken Szene drei angemeldete Standkundgebungen in der Innsbrucker Innenstadt zu den Themen „Antifascista alerta“, „Grenzen töten“ und „Diskriminierungsformen“ abgehalten, eine vierte zum Thema „Moria“ fand faktisch nicht statt, da sich der Anmelder bei den anderen Standorten anschloss.

Als sich die Coronamaßnahmenkritiker in der Maria-Theresien-Straße in Gang setzten, wurde der Demonstrationszug von der linken Szene gestört.

Es kristallisierten sich letztlich zwei Seiten heraus, nämlich auf der einen Seite die Coronamaßnahmenkritiker, die (augenscheinlich) aus rund 800 DurchschnittsbürgerInnen mit Kindern und Haustieren bestanden, und auf der anderen Seite die Linksautonomen, die aus rund 100 zum Teil amtsbekannten und demonstrationserprobten Aktivisten bestanden.

Teilnehmer der angemeldeten (linksgerichteten) Standkundgebungen schlossen sich zusammen, begannen den Demonstrationszug zu stören und stellten sich den friedlich verhaltenden Coronamaßnahmenkritikern in den Weg.

Neben der Aufforderung zur Einhaltung der Covidbestimmungen war es nun vor allem Aufgabe der Polizei, die von den Linksautonomen gesetzten Aggressionen zu deeskalieren. Hierzu musste eine sich neu formierende Versammlung der Linken aufgelöst und Transparente sowie Gegenstände als gelindere Mittel sichergestellt werden.

Da u.a. die Einsatzkräfte mit der Abwehr der Gegenagitationen der Linksautonomen gebunden waren und es sich bei den Maßnahmenkritikern um rund 800 Personen handelte, war eine allfällige Auflösung des „Coronaspazierganges“ mit verhältnismäßigen Maßnahmen nicht umsetzbar.

Die Auflösung erfolgte letztlich gegen 15.00 Uhr am Marktplatz, nachdem er sich von der Maria Theresien Straße über die Museumstraße, Bruneckerstraße, Salurnerstraße, Maximilianstraße, Bürgerstraße zum Marktplatz bewegt hatte.

Insgesamt standen 50 Polizeibeamte, 800 Coronamaßnahmenkritikern und rund 100 Linksautonomen gegenüber, wobei festgehalten werden muss, dass die Störungen von den Linksautonomen ausgingen und sich die Gegenseite nicht provozieren ließ.

Es stellte sich nunmehr heraus, dass der wahre Zweck der eingangs erwähnten linken Standkundgebungen jener war, entlang der demonstrationstypischen Straßenzüge in Innsbruck gegen Weltverschwörungstheoretiker vorzugehen – zu denen von der linken Seite auch Coronamaßnahmenkritiker gezählt werden.

Es wurden mehrere Anzeigen gegen Mitglieder beider Seiten u.a. wegen Nichteinhalten der Covidschutzbestimmungen, Ordnungsstörungen, Ehrenkränkungen sowie nach dem Versammlungsgesetz erstattet.

Es wurden 2 Organisatoren der Anticoronamaßnahmendemonstration erhoben, die sich nach dem Versammlungsgesetz zu verantworten haben.

Die LPD appelliert eindringlich an all jene, die Versammlungen abhalten wollen, diese ordnungsgemäß der zuständigen Sicherheitsbehörde anzuzeigen. Nur so kann das verfassungsmäßig eingeräumte Recht auf Versammlung gewährleistet werden.

Neben sicherheitspolizeilichen sind auch verkehrspolizeiliche Maßnahmen zu treffen, die ohne rechtzeitiger Anmeldung erschwert sind.

Sich zu versammeln ist nach der aktuell geltenden 2. Covid-19-NotmaßnahmenVO erlaubt, jedoch ist der Mindestabstand von 1 m einzuhalten und ein eng anliegender mechanischer Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

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